Blog Beitrag

Bearbeitungszeiten, Durchlaufzeiten und Ideen pro Beschäftigtem im Ideenmanagement

Die Erfolge von Ideenmanagement kann man messen, die Beteiligungsquote und der rechenbare Nutzen pro Mitarbeiter und Jahr sind gängige Messgrößen. Doch sind dies nur die Ergebnisse. Es wird nicht berücksichtigt, mit welchen Kosten diese Erfolge erreicht wurden.

Einige Unternehmen ermitteln den Retrun on Invest (RoI), beantworten also die Frage: Wieviel Euro bekommt das Unternehmen für jeden Euro, den es in das Ideenmanagement investiert. Diese Kennzahl berücksichtigt auch die Kosten des Ideenmanagements. Um den RoI zu ermitteln, müssen die Kosten des Ideenmanagements bekannt sein – und zwar alle Kosten: Die Prämien und die Gehälter der Ideenmanager, die Kosten für Büro, Software, Werbung und alles, was sonst noch anfällt. Diese Kosten sind nur in Unternehmen bekannt, die über ein entsprechend ausgefeiltes Rechnungswesen verfügen. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen kennen diese Kosten oft nicht.

Lässt sich dennoch die Effizienz eines Ideenmanagements messen? Als Kennzahlen wurden die Durchlaufzeit bis zur Entscheidung und die Durchlaufzeit bis zur Umsetzung vorgeschlagen. Doch diese Durchlaufzeiten hängen stark von der Art der Ideen ab: Eine revolutionäre Idee, das Unternehmen auf den Kopf stellt und riesigen Nutzen verspricht, wird nun einmal eine längere Zeit bis zur Entscheidung und dann bis zur Umsetzung benötigen, als die Idee, Papierhandtücher durch einen Warmluft-Händetrockner zu ersetzen. Außerdem hängt die Durchlaufzeit nur teileweise vom Ideenmanagement ab: Die Fachexpertise und Gutachten und häufig auch die Entscheidungen müssen andere Bereiche treffen, und dies kann das Ideenmanagement zwar beeinflussen, aber nicht direkt steuern.

Eine weitere Möglichkeit wäre: Wie viele Ideen werden pro Jahr von einem Ideenmanager bearbeitet? Hier spielen andere Bereich eine nicht ganz so große Rolle, wie bei den Durchlaufzeiten: Wenn eine Führungskraft zwei Monate benötigt, um sich zu einer Entscheidung durchzuringen, dann verlängert dies die Durchlaufzeit. Doch der Ideenmanager kann in diesen zwei Monaten ja andere Ideen bearbeiten.

Wenn diese Größe: Anzahl Ideen pro Ideenmanager (und pro Jahr) eine sinnvolle Größe ist, dann wäre es gut, Vergleichsgrößen zu kennen, um das eigene Ideenmanagement einschätzen zu können. Die Erhebung „Erfolgsfaktoren im Ideenmanagement. Studie 2016“ liefert derartige Zahlen: Im Durchschnitt kommen 549 Ideen auf jeden Ideenmanager. Doch der Median liegt deutlich tiefer: In der Hälfte der Unternehmen erreichen weniger als 210 Ideen einen Ideenmanager, in der anderen Hälfte der Unternehmen sind es mehr als 210 pro Ideenmanager. Ein Viertel der Unternehmen berichtet weniger als 51,5 Ideen pro Ideenmanager, während das Viertel im anderen Extrem von 547 Ideen pro Ideenmanager berichten.

Diese Daten streuen als stark, und zwei Gründe sind offensichtlich: Hier werden Ideen aus dem Betrieblichen Vorschlagswesen ebenso gezählt wie Ideen aus dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess, und in einigen Unternehmen auch aus weiteren Ansätzen wie dem Beschwerdemanagement, einem Gesundheitszirkel und dergleichen. Auch sind bei den Ideenmanagern sowohl Vollzeit also auch Teilzeitkräfte gezählt. Hier werden künftige Erhebungen sicherlich zu aussagefähigeren Ergebnissen führen – dennoch, wie so häufig im Ideenmanagement: Besser jetzt halbwegs interpretierbare Vergleichsdaten als die optimalen Daten irgendwann in der Zukunft.

LEAVE A COMMENT

theme by teslathemes