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Was ist Ideenmanagement? Antwort für Einsteiger

Wer einen Ide­en­ma­nage­ment­Blog ansteu­ert, weiß ver­mut­lich, was Ide­en­ma­nage­ment ist — oder nicht? Die­ser Blog soll Neu­lin­gen eben­so wei­ter hel­fen wie erfah­re­nen Ide­en­ma­na­gern. Daher erschei­nen hier auch immer mal wie­der Bei­trä­ge zur der Fra­ge: Wor­über spre­chen wir hier eigent­lich?

So auch heu­te unter dem Titel:

Was ist Ideenmanagement? Antwort für Einsteiger

Ratio­na­li­sie­rung von Pro­zes­sen und Bin­den von Beschäf­tig­ten — dies sind zwei Auf­ga­ben, die in jeder Orga­ni­sa­ti­on hoch auf der Prio­ri­tä­ten­li­ste ste­hen.

Ratio­na­li­sie­rung von Pro­zes­sen kann durch die Beschäf­ti­gen gesche­hen, die in den Pro­zes­sen selbst arbei­ten. Wer direkt das Pro­dukt oder die Dienst­lei­stung mit erstellt, kennt sei­ne Pro­zes­se und kann kom­pe­tent Ver­bes­se­run­gen vor­schla­gen. Drei Ansät­ze wer­den unter­schie­den:

  1. Beschäf­tig­te ent­wickeln aus eige­nem Antrieb für einen selbst­ge­wähl­ten Bereich einen Vor­schlag zur Opti­mie­rung. Dies wird als “Betrieb­li­ches Vor­schlags­we­sen” bezeich­net.
  2. Beschäf­tig­te ent­wickeln wäh­rend der Arbeits­zeit zu von der Orga­ni­sa­ti­on vor­ge­ge­be­nen Bereich Ver­bes­se­rungs­ide­en. Dies wird als “Kon­ti­nu­ier­li­cher Ver­bes­se­rungs­pro­zess” bezeich­net, in der japa­ni­schen Vari­an­te auch als “Kai­zen”.
  3. Zu bestimm­ten The­men ent­wickeln spe­zi­ell dafür zusam­men­ge­ru­fe­ne Grup­pen von Beschäf­tig­ten immer wie­der Ver­bes­se­run­gen. Häu­fi­ge The­men sind Qua­li­tät der Pro­duk­te und Gesund­heit der Beschäf­tig­ten, die Ansät­ze hei­ßen ent­spre­chend “Qua­li­täts­zir­kel” und “Gesund­heits­zir­kel”.

Der Ober­be­griff für die­se drei Ansät­ze ist das “Ide­en­ma­nage­ment”.

Nutzen von Ideenmanagement

Wel­chen Nut­zen kann eine Orga­ni­sa­ti­on aus dem Ide­en­ma­nage­ment erwar­ten? Die umfang­reich­ste aktu­el­le Befra­gung im deutsch­spra­chi­gen Raum ermit­tel­te einen durch­schnitt­li­chen Nut­zen pro Mit­ar­bei­ter und Jahr von 597 Euro und einen durch­schnitt­li­chen Nut­zen pro umge­setz­ter Idee von 12.000 Euro. Die befrag­ten Orga­ni­sa­tio­nen erhiel­ten für jeden Euro, den sie in das Ide­en­ma­nage­ment inve­stier­ten, knapp drei Euro zurück (genau: 2,96 Euro, alle Daten aus Land­mann & Schat 2018).

Neben der Ratio­na­li­sie­rung ist das Gewin­nen und Hal­ten von Fach­kräf­ten eine zen­tra­le Auf­ga­be für vie­le Mana­ger. Fach­kräf­te sehen sich heu­te weni­ger als rei­ne Aus­füh­ren­de oder gar Anwei­sungs­emp­fän­ger, Fach­kräf­te wol­len am Gesche­hen in der Orga­ni­sa­ti­on betei­ligt wer­den. Dies gilt beson­ders für Fach­kräf­te der Genera­ti­on Y. Ide­en­ma­nage­ment ist ein bewähr­tes Instru­ment zur Betei­li­gung von Beschäf­tig­ten.

Erfolgsfaktoren

Wel­che Fak­to­ren tra­gen zum Erfolg des Ide­en­ma­nage­ments bei? Die “übli­chen Ver­däch­ti­gen” sind die Unter­stüt­zung durch das Top-Manage­ment und die Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung sowie eine ver­nünf­ti­ge Soft­ware. Die­se Fak­to­ren haben in der Tat einen posi­ti­ven Ein­fluss. Doch nach der bereits zitier­ten Unter­su­chung haben einen höhe­ren Ein­fluss die fol­gen­den Fak­to­ren:

  1. Defi­ni­ti­on von Zie­len: Orga­ni­sa­tio­nen, die für das Ide­en­ma­nage­ment Zie­le defi­nie­ren, sind deut­lich erfolg­rei­cher. Und es fin­den sich erschreckend vie­le Orga­ni­sa­tio­nen, die Ide­en­ma­nage­ment ohne Zie­le betrei­ben. Noch erfolg­rei­cher sind Orga­ni­sa­tio­nen, die Zie­le nicht vor­ge­ben, son­dern im Rah­men eines Ziel­ver­ein­ba­rungs­pro­zess mit den Ide­en­ma­na­gern gemein­sa­me erar­bei­ten. Der Erfolg kann ein wei­te­res Mal gestei­gert wer­den, wenn die Zie­le nicht nur mit Ide­en­ma­na­gern, son­dern auch mit ande­ren Füh­rungs­kräf­ten erar­bei­tet und ver­ein­bart wer­den.
  2. Coa­ching durch Ide­en­ma­na­ger: Vie­le Beschäf­tig­te wür­den ger­ne Ide­en ent­wickeln, haben jedoch nicht unbe­dingt die not­wen­di­gen Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se. Hier kann ein Ide­en­ma­na­ger Metho­den ver­mit­teln und ein brei­te­res Wis­sen über die Pro­zes­se bei­steu­ern. Ein akti­ver Ide­en­ma­na­ger ist ein zen­tra­ler Erfolgs­fak­tor.
  3. In der Königs­klas­se ist das Ide­en­ma­nage­ment als Pro­fit­cen­ter orga­ni­siert und somit für Kosten und Nut­zen direkt ver­ant­wort­lich. Dies ist ein anspruchs­vol­ler Ansatz, führt jedoch zu her­aus­ra­gen­den Ergeb­nis­sen im Ide­en­ma­nage­ment.

Wei­te­re Dis­kus­si­ons­punk­te als Ant­wor­ten für Fort­ge­schrit­te­ne sind:

  • Ein­satz von Ide­en­ma­nage­ment im Per­so­nal- und Pro­dukt­mar­ke­ting
  • Ide­en­ma­nage­ment als Qua­li­fi­zie­rungs­in­stru­ment
  • Inte­gra­ti­on von Ide­en- und Inno­va­ti­ons­ma­nage­ment
  • Kop­pe­lung von Ide­en- und Beschwer­de­ma­nage­ment
  • Ide­en­ma­nage­ment als Ein­stieg in inte­grier­te Manage­ment­sy­ste­me

Literatur

Land­mann, Nils und Schat, Hans-Die­ter 2018: Ide­en­ma­nage­ment — Stu­die 2018. Esch­born: HLP.

Schat, Hans-Die­ter 2017: Erfolg­rei­ches Ide­en­ma­nage­ment in der Pra­xis. Wies­ba­den: Sprin­ger-Gab­ler

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