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Erfolgsfaktoren für die dib Punkte

Anfang 2017 ging die über 70jährige Tra­di­ti­on des Deut­schen Insti­tuts für Betriebs­wirt­schaft (dib) zu Ende. Das 1943 gegrün­de­te Insti­tut stell­te sei­nen Betrieb ein. Bekannt und bei Ide­en­ma­na­gern beliebt wur­de das dib auch durch die dib-Sta­ti­stik zum Ide­en­ma­nage­ment, die hier­auf basie­ren­den Awards und Aus­zeich­nun­gen und die fei­er­li­che Ver­ga­be die­ser Prei­se.

Basis für die Aus­zeich­nun­gen waren die dib-Punk­te, die nach einer mehr­fach ver­än­der­ten For­mel errech­net wur­den. In der letz­ten Ver­si­on wur­den sie wie folgt errech­net:

dib-Punk­te = (Umge­set­ze Ideen/​Beschäftigte *1000 + Bere­chen­ba­rer Nutzen/Beschäftigte*3) * Betei­li­gungs­quo­te

Die­se For­mel ist der Ver­such, den Erfolg des Ide­en­ma­nage­ments in einer ein­zi­gen Kenn­zahl aus­zu­drücken. Selbst­ver­ständ­lich kann man die­sen Ver­such kri­ti­sie­ren (und das hat man auch immer wie­der getan). Doch hat sich die­se For­mel über lan­ge Jah­re hin­weg gehal­ten und scheint damit auf ein Bedürf­nis der Pra­xis zu ant­wor­ten.

Wel­che Kenn­zah­len wür­den sich erge­ben, wenn heu­te dib-Punk­te errech­net wer­den? Die Kenn­zah­len fin­den Sie in einem vor­her­ge­hen­den Blog-Bei­trag.

Erfolgsfaktoren

Was kön­nen Orga­ni­sa­ti­on tun, um eine hohe dib-Punkt­zahl zu erhal­ten? Der in Schat 2017a vor­ge­stell­te Algo­rith­mus hat mit sta­ti­scher Metho­de aus über 40 mög­li­chen Erfolgs­fak­to­ren die­je­ni­gen aus­ge­wählt, die zu einer beson­ders hohen dib-Punk­te­zahl füh­ren. Es sind:

  1. eine hohe Betei­li­gungs­quo­te und
  2. eine hohe Rea­li­sie­rungs­quo­te.

Die bei­den „Erfolgs­fak­to­ren“ über­ra­schen kaum – sie sind schließ­lich Bestand­teil der dib-For­mel. Über­ra­schend ist eher, dass der bere­chen­ba­re Nut­zen nicht als Erfolgs­fak­tor iden­ti­fi­ziert wird. Dabei ist er eben­falls Bestand­teil der dib-For­mel. Mehr noch: Der bere­chen­ba­re Nut­zen, oder ein hoher wirt­schaft­li­cher Nut­zen, ist für vie­le Orga­ni­sa­tio­nen das wich­tig­ste Ziel für das Ide­en­ma­nage­ment.

Die Erklä­rung lau­tet: Wenn sich vie­le Beschäf­tig­te am Ide­en­ma­nage­ment betei­li­gen und vie­le Ide­en umge­setzt wer­den, dann ist hei hoher bere­chen­ba­rer Nut­zen kaum zu ver­mei­den. Im Fach­jar­gon: Die hohe Kor­re­la­ti­on von Betei­li­gungs­quo­te, Rea­li­sie­rungs­quo­te und bere­chen­ba­rem Nut­zen führ­te dazu, dass der Algo­rith­mus einen der drei Fak­to­ren nicht adres­siert hat.

Wenn Betei­li­gungs- und Rea­li­sie­rungs­quo­te aus­ge­schlos­sen wer­den, dann errech­net der Algo­rith­mus als Erfolgs­fak­to­ren

  1. Ide­en pro Jahr
  2. Spon­ta­nes Ide­en­ma­nage­ment
  3. Durch­lauf­zeit bis zur Ent­schei­dung
  4. Ide­en­ma­na­ger (Voll­zeit) je 1.000 Beschäf­tig­te.

Die Anzahl der Ide­en pro Jahr geht über die Betei­li­gungs­quo­te in die dib-For­mel ein, ist (min­de­stens: auch) also ein mathe­ma­ti­sches Arte­fakt.

Spon­ta­nes Ide­en­ma­nage­ment heißt: Der Ide­en­ma­na­ger war­tet auf Ide­en, die spon­tan ein­ge­reicht wer­den. Je weni­ger eine Orga­ni­sa­ti­on „spon­ta­nes Ide­en­ma­nage­ment“ ein­setzt, desto mehr dib-Punk­te erhält das Ide­en­ma­nage­ment. Anders for­mu­liert: Je akti­ver ein Ide­en­ma­na­ger Ide­en ein­wirbt, die Beschäf­tig­ten coacht und in Work­shops und der­glei­chen die Ide­en­ent­wick­lung för­dert, desto bes­ser funk­tio­niert das Ide­en­ma­nage­ment.

Eine kur­ze Durch­lauf­zeit bis zu Ent­schei­dung hat zwei Kon­se­quen­zen:

  • Die Orga­ni­sa­tio­nen kön­nen in kur­zer Zeit Ide­en umset­zen und damit schnell den Nut­zen rea­li­sie­ren.
  • Die Ein­rei­cher erhal­ten in kur­zer Zeit eine Rück­mel­dung. Posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen in kur­zer Zeit ver­stär­ken das Ver­hal­ten, wie jeder weiß, der sich ein­mal mit Moti­va­ti­ons­psy­cho­lo­gie beschäf­tig hat. Kur­ze Durch­lauf­zeit füh­ren somit indi­rekt zu wei­te­ren guten Ide­en.

Die Anzahl der Ide­en­ma­na­ger pro 1.000 Beschäf­tig­te ste­hen für die Not­wen­dig­keit, ein Ide­en­ma­nage­ment mit den not­wen­di­gen Res­sour­cen aus­zu­stat­ten, wenn es denn ein Erfolg wer­den soll.

Fazit

Die dib-For­mel war der Ver­such, den Erfolg von Ide­en­ma­nage­ment in einer ein­zi­gen Kenn­zahl zu mes­sen. Nimmt man die dib-Punk­te als Ziel­grö­ße für eine sta­ti­sti­sche Opti­mie­rung, dann wer­den als inhalt­lich rele­van­te Erfolgs­fak­to­ren ermit­telt:

  • Ein­satz von akti­ven Ele­men­ten und inno­va­ti­ven Ansät­zen,
  • kur­ze Durch­lauf­zei­ten und
  • Aus­stat­tung des Ide­en­ma­nage­ments mit ange­mes­se­nen Res­sour­cen.

Unab­hän­gig von der Dis­kus­si­on um dib-Punk­te ver­hel­fen die­se Fak­to­ren einem Ide­en­ma­nage­ment zum Erfolg.

Literatur

Land­mann, Nils und Schat, Hans-Die­ter 2018: Ide­en­ma­nage­ment Stu­die 2018. Esch­born: HLP.

Schat, Hans-Die­ter 2017: Erfolg­rei­ches Ide­en­ma­nage­ment in der Pra­xis. Wies­ba­den: Sprin­ger-Gab­ler.

Schat, Hans-Die­ter 2017a: Erfolgs­fak­to­ren im Ide­en­ma­nage­ment. Eine Zusam­men­fas­sung Binä­rer Bäu­me ver­schie­de­ner empi­ri­scher Erhe­bun­gen. In: Zeit­schrift für Arbeits­wis­sen­schaft 3/​2017, S. 179 – 188.

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