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Awards im Ideenmanagement: Wer setzt auf sie? Was nützen sie?

Das Zen­trum Ide­en­ma­nage­ment zeich­net Deutsch­lands bestes Ide­en­ma­nage­ment aus, die beste Mit­ar­bei­ter­idee in ver­schie­de­nen Kate­go­ri­en und ver­gibt ver­schie­de­ne ande­re Awards. Das ÖPWZ zeich­net ent­spre­chend Öster­reichs beste Ide­en­ma­na­ger aus.

Das dib wur­de sei­ner­zeit auch mit der dib-For­mel bekannt und hat auf­grund der Punk­te aus die­ser For­mel Orga­ni­sa­tio­nen für ihr Ide­en­ma­nage­ment aus­ge­zeich­net.

Die Initia­ti­ve Lud­wig-Erhard-Preis ver­leiht den Lud­wig-Erhard-Preis und zeich­net Orga­ni­sa­tio­nen als „Com­mi­ted to Excel­lence“ und „Reco­gni­ced for Excel­lence“ aus. In Zusam­men­ar­beit mit dem Zen­trum Ide­en­ma­nage­ment kön­nen Orga­ni­sa­tio­nen eine Aus­zeich­nung erhal­ten als „Com­mi­ted to Idea Excel­lence“ und „Reco­gni­ced for Idea Excel­lence“ – dar­über wur­de auf die­sem Blog bereits berich­tet: Der Excel­lence im Ide­en­ma­nage­ment ver­pflich­tet

Für eini­ge Orga­ni­sa­tio­nen ist die Betei­li­gung an der­ar­ti­gen Awards wich­tig und sie sehen auch in der Zukunft eine gro­ße Bedeu­tung für die­se Awards, ande­re Orga­ni­sa­tio­nen hal­ten sich hier eher zurück. In die­sem Blog-Bei­trag sol­len daher die bei­den Fra­gen beant­wor­tet wer­den: Wel­che Orga­ni­sa­tio­nen sehen eine gro­ße Zukunft für Awards? Und: Nützt es über­haupt, sich an Awards zu betei­li­gen?

Als Daten­ba­sis für die­se Aus­wer­tung dient den die Daten der „Ide­en­ma­nage­ment Stu­die 2018“ (Land­mann & Schat 2018), die ich gemein­sam mit dem Lösungs­an­bie­ter HLP Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment GmbH durch­ge­führt habe. Hier­für haben 261 Orga­ni­sa­tio­nen über ihr Ide­en­ma­nage­ment berich­tet, dies ist mei­nes Wis­sens nach der größ­te aktu­el­le Daten­satz zum Ide­en­ma­nage­ment im deutsch­spra­chi­gen Raum.

Zunächst aber: Wie sehen Orga­ni­sa­tio­nen über­haupt die zukünf­ti­ge Bedeu­tung von Awards?

Zukünf­ti­ge Bedeu­tung von Awards (eige­ne Dar­stel­lung, Daten aus Land­mann & Schat 2018)

Auf einer Ska­la von 0 Punk­ten (gar kei­ne Bedeu­tung) bis 5 Punk­ten (sehr gro­ße Bedeu­tung) sind alle Ein­schät­zun­gen ver­tre­ten. Offen­sicht­lich ver­tre­ten unter­schied­li­che Orga­ni­sa­tio­nen hier tat­säch­lich deut­lich unter­schied­li­che Ein­schät­zun­gen.

Wer setzt auf Awards?

Zur wei­te­ren Ana­ly­se wur­den zwei Grup­pen gebil­det: Orga­ni­sa­tio­nen, die Awards nur eine gerin­ge Bedeu­tung zuspre­chen (0 oder 1 Punkt) und als Kon­trast Orga­ni­sa­tio­nen, für die Awards eine hohe Bedeu­tung haben wer­den (4 und 5 Punk­te).

Awards haben gerin­ge Bedeu­tungAwards haben hohe Bedeu­tung
Durch­schnitt­li­che Anzahl an Beschäf­tig­ten

9.593

10.102

Durch­schnitt­li­cher Anteil an Arbei­tern („Blue Col­lar Worker“)

53%

49%

Die Grö­ße und der Arbei­ter­an­teil haben kei­nen gro­ßen Ein­fluss dar­auf, ob eine Orga­ni­sa­ti­on Awards eine gerin­ge oder eine hohe Bedeu­tung zuweist.

Was nützen Awards?

Bevor die direk­ten Erfolgs­kenn­zah­len des Ide­en­ma­nage­ments betrach­tet wer­den, sol­len eini­ge „Zwi­schen­er­geb­nis­se“ oder Indi­ka­to­ren dar­ge­stellt wer­den.

Ide­en­ma­nage­ment wird nicht durch­ge­führt, damit mög­lichst vie­le Ide­en gene­riert wer­den. Viel­mehr sol­len die vie­len Ide­en zu einem mög­lichst hohen Nut­zen für die Orga­ni­sa­ti­on füh­ren.

Eben­so ist eine hohe Rea­li­sie­rungs­quo­te kein Selbst­zweck. Doch Ide­en, die erar­bei­tet, ein­ge­reicht und dann nicht umge­setzt wer­den, sind für alle Betei­lig­ten nur fru­strie­ren­de Blind­lei­stung.

Die Durch­lauf­zeit einer Idee bis zur Ent­schei­dung soll­te mög­lichst kurz sein. Eine posi­ti­ve Ent­schei­dung wirkt als posi­ti­ve Ver­stär­kung am besten, wenn sie schnell gege­ben wird. Mit einer posi­tiv ent­schie­de­nen Idee ist eine Ein­spa­rung oder ein Nut­zen für die Orga­ni­sa­ti­on ver­bun­den, die­se soll­te schnell rea­li­siert wer­den. Doch umge­kehrt las­sen sich tri­via­le Ide­en schnell ent­schei­den. Für anspruchs­vol­le Ide­en ist häu­fig tat­säch­lich ein län­ge­rer Ent­schei­dungs­pro­zess not­wen­dig.

Awards haben gerin­ge Bedeu­tungAwards haben hohe Bedeu­tung
Durch­schnitt­li­che Anzahl an Ide­en pro Beschäf­tig­ten und Jahr

0,43

0,84

Durch­schnitt­li­che Rea­li­sie­rungs­quo­te

39 Pro­zent

50 Pro­zent

Durch­schnitt­li­che Durch­lauf­zeit bis zur Ent­schei­dung

60 Kalen­der­ta­ge

71 Kalen­der­ta­ge

Orga­ni­sa­tio­nen, die Awards eine hohe Bedeu­tung geben, erhal­ten fast dop­pelt so vie­le Ide­en von ihren Beschäf­tig­ten. Die­se Orga­ni­sa­tio­nen set­zen die Hälf­te die­ser Ide­en um – deut­lich mehr als jene Orga­ni­sa­tio­nen, die Awards nur eine gerin­ge Bedeu­tung geben.

Die Durch­lauf­zeit bis zur Ent­schei­dung ist grö­ßer bei jenen Orga­ni­sa­tio­nen, die Awards eine grö­ße­re Bedeu­tung geben. Viel­leicht liegt dies dar­an, dass dort Vor­schlä­ge mit höhe­rem Nut­zen ein­ge­reicht wer­den, deren Ent­schei­dun­gen gründ­li­cher vor­be­rei­tet wer­den müs­sen.

Awards haben gerin­ge Bedeu­tungAwards haben hohe Bedeu­tung
Durch­schnitt­li­che bere­chen­ba­re Ein­spa­rung pro umge­setz­ter Idee

6.368 Euro

18.556 Euro

Durch­schnitt­li­che bere­chen­ba­re Ein­spa­rung pro Beschäf­tig­ten und Jahr

393 Euro

728 Euro

Durch­schnitt­li­che Betei­li­gungs­quo­te

23 Pro­zent

35 Pro­zent

Wie ver­mu­tet: Orga­ni­sa­tio­nen, die Awards eine hohe Bedeu­tung geben, errei­chen fast den drei­fa­chen rechen­ba­ren Nut­zen pro umge­setz­ter Idee. Das erklärt und recht­fer­tigt auch län­ge­re Durch­lauf­zeit bis zur Ent­schei­dung.

Orga­ni­sa­tio­nen, in denen Awards eine gro­ße Bedeu­tung haben, erhal­ten fast dop­pelt so viel Ein­spa­run­gen pro Mit­ar­bei­ter, und auch die Betei­li­gungs­quo­te ist deut­lich höher.

Selbst­ver­ständ­lich sind die­se bes­se­ren Resul­ta­te nicht aus­schließ­lich und direkt Awards zuzu­schrei­ben. Ver­mut­lich sind Ide­en­ma­na­ger, die sich für Awards inter­es­sie­ren und viel­leicht auch selbst bewer­ben, ein­fach akti­ver und ehr­gei­zi­ger.

Umge­kehrt berich­ten Prak­ti­ker immer wie­der, wie eine Aus­zeich­nung das Ide­en­ma­nage­ment beflü­gelt. Dies gilt bereits für Awards, die für erbrach­te gute Lei­stun­gen ver­ge­ben wer­den. Ein noch grö­ße­rer Schub ist zu erwar­ten von Aus­zeich­nung, bei denen die Orga­ni­sa­tio­nen bei der Ent­wick­lung guter Lei­stun­gen unter­stütz wer­den – „Com­mi­ted to Idea Excel­lence“ der Initia­ti­ve Lud­wig-Erhard-Preis und des Zen­trum Ide­en­ma­nage­ment wäre ein Bei­spiel hier­für.

Literatur

Land­mann, Nils & Schat, Hans-Die­ter 2018: Ide­en­ma­nage­ment Stu­die 2018. HLP: Esch­born. Infor­ma­tio­nen zur Stu­die

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