Wie schätzen Ideenmanager aus dem Public Management die Zukunft ein?

Einführung

Auf der rhe­to­ri­schen Ebe­ne ist der Wan­del im Public Manage­ment ange­kom­men. Auch Bei­spie­le für Fort­schrit­te fin­den sich und wer­den ger­ne vorgestellt.

Auf der ande­ren Sei­te fin­det sich auch die Ein­stel­lung, Wan­del im Public Manage­ment habe es irgend­wie schon immer gege­ben, und auch die aktu­el­le Dis­kus­si­on wer­de schon abflau­en, ohne zu tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen zu führen.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist die Ein­schät­zung von Beschäf­tig­ten beson­ders inter­es­sant, zu deren Dienst­auf­ga­ben die Inno­va­ti­on gehört. Kon­kret ste­hen im Fokus die­ses Auf­sat­zes die

  • Beauf­trag­ten für das Vor­schlags­we­sen bzw. das Vorschlagsverwaltungswesen,
  • Orga­ni­sa­to­ren[1] und Mode­ra­to­ren im kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rungs­pro­zess und
  • Inno­va­ti­ons­ma­na­ger.

Die­se Berufs­grup­pen wer­den im Fol­gen­den zusam­men­fas­send als Ideen­ma­na­ger benannt.

Im Rah­men der „Ideen­ma­nage­ment Stu­die 2018“ wur­den auch Ideen­ma­na­ger aus dem Bereich des Public Manage­ment befragt.

Zukünftige Bedeutung von beteiligungsorientierter Prozessinnovation

Die „Ideen­ma­nage­ment Stu­die 2018“ ist aktu­ell die umfangrei­ste empi­ri­sche Erhe­bung zum Ideen­ma­nage­ment im deutsch­spra­chi­gen Raum. 261 Orga­ni­sa­tio­nen haben „har­te“ Zah­len zum Ideen­ma­nage­ment, zu den ein­ge­setz­ten Model­len und zu Erfolgs­kenn­zah­len gegeben.

Unter den 261 Orga­ni­sa­tio­nen haben 37 Orga­ni­sa­ti­on aus dem Bereich des Public Manage­ment geant­wor­tet. Selbst­ver­ständ­lich las­sen sich aus 37 Ant­wor­ten nicht end­gül­ti­ge Aus­sa­gen über das Public Manage­ment im deutsch­spra­chi­gen Raum tref­fen, doch sind explo­ra­ti­ve Aus­wer­tun­gen mög­lich. Der vor­lie­gen­de Text ist also eher als Anre­gung zur Dis­kus­si­on zu verstehen.

In der Ideen­ma­nage­ment Stu­die 2018 beschäf­tigt sich mit der Ein­schät­zung zukünf­ti­ger Trends für den direk­ten Arbeits­be­reich der Ideenmanager.

Zunächst wur­de gefragt nach der erwar­te­ten zukünf­ti­gen Bedeu­tung von Vor­schlags­we­sen, Ver­bes­se­rungs­pro­zess etc. in der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on. Das Ergeb­nis zeigt Abbil­dung 1.

Abb. 1

Orga­ni­sa­tio­nen des Public Manage­ment gehen also eher von einer sin­ken­den Bedeu­tung des Ideen­ma­nage­ments in der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on aus, als dies Ant­wor­ten­de aus dem pri­va­ten Sek­tor tun. Dies über­rascht inso­fern, als das Ideen­ma­nage­ment im Public Manage­ment bereits jetzt in vie­len Orga­ni­sa­tio­nen eine ver­gleichs­wei­se wenig pro­mi­nen­te Rol­le einnimmt.

Die Ein­schät­zung der künf­ti­gen Bedeu­tung des Ideen­ma­nage­ments ins­ge­samt unter­schei­det sich: Hier sehen die Ver­tre­ter des Public Manage­ment ten­den­zi­ell eine gleich­blei­ben­de Bedeu­tung, wie in Abbil­dung 2 zu sehen ist.

Abb. 2

Mobiles Arbeit im Ideenmanagement

Tech­nisch ist mobi­les Arbei­ten heu­te kaum ein Pro­blem: Vie­le EDV-gestütz­te Anwen­dun­gen las­sen sich grund­sätz­lich an prak­tisch jedem Ort bedie­nen, an dem Zugriff auf das Inter­net mög­lich ist. Doch sind die­se grund­sätz­li­chen Mög­lich­kei­ten nicht in jedem Fall auch umge­setzt worden.

Kon­kret für das Ideen­ma­nage­ment wur­de nach der erwar­te­ten zukünf­ti­gen Bedeu­tung von mobi­lem Ideen­ma­nage­ment gefragt, also nach der Ein­rei­chung und /​oder Bear­bei­tung von Vor­schlä­gen und Ideen unab­hän­gig von einem kon­kre­ten Arbeits­ort. Die Ein­schät­zung fin­det sich in Abbil­dung 3.

Abb. 3

Als Dar­stel­lungs­form ist hier der Box­plot gewählt wor­den, der eini­ge Infor­ma­tio­nen zusam­men­fasst. Da der Box­plot in eini­gen Berei­chen nicht geläu­fig sein mag soll die Abbil­dung hier etwas aus­führ­li­cher erläu­tert werden.

Die Ideen­ma­na­ger wur­den nach ihrer Ein­schät­zung auf einer Ska­la von 0 Punk­ten (völ­lig unwich­tig) bis 5 Punk­ten (maxi­ma­le Bedeu­tung) gefragt. Die ver­ti­ka­len Lini­en begin­nen bei 0 Punk­ten und enden bei 5 Punk­ten. Das bedeu­tet: Min­de­stens eine Per­son hat 0 Punk­te ver­ge­ben und min­de­stens eine Per­son hat 5 Punk­te ver­ge­ben. Wir haben es hier also mit einem The­ma zu tun, bei dem die Ideen­ma­na­ger selbst durch­aus extre­me Mei­nun­gen in bei­de Rich­tun­gen vertreten.

Ein Vier­tel der Ideen­ma­na­ger hat 4 Punk­te oder weni­ger ver­ge­ben, des­halb beginnt die „Box“ bei 4 Punk­ten – dies Box hat dem Box­plot auch ihren Namen gegeben.

Soweit sind die Ver­hält­nis­se im Public Manage­ment genau­so wie außer­halb des Public Manage­ments. Nun erscheint der erste Unterschied:

Die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment hat min­de­stens 3 Punk­te ver­ge­ben – oder anders for­mu­liert: Die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger hat höch­stens 3 Punk­te ver­ge­ben.[2] Damit sind 3 Punk­te der Medi­an für das Public Management.

Im Bereich außer­halb des Public Manage­ments sind 2 Punk­te der Medi­an. Dar­an lässt sich able­sen, dass bei­de Berei­che durch­aus unter­schied­lich geant­wor­tet haben. An den Durch­schnitts­wer­ten lässt sich dies nicht able­sen: Die durch­schnitt­li­che Punkt­zahl sind 2,3 Punk­te beim Public Manage­ment und 2,4 Punk­te bei den ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen. Dies ist der Grund, war­um im vor­lie­gen­den Text gra­fi­sche Dar­stel­lun­gen und nicht nur Tabel­len mit Durch­schnitts­wer­ten ver­wen­det wer­den: Die Gra­fi­ken ver­mit­teln mehr Informationen.

Hier sagt die Dar­stel­lung: Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment ver­tre­ten eben­so wie ande­re Ideen­ma­na­ger ein brei­tes Spek­trum bezüg­lich der Ein­schät­zung der zukünf­ti­gen Bedeu­tung von mobi­lem Ideen­ma­nage­ment. Im Medi­an schät­zen Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment die Bedeu­tung einen Punkt höher ein. Eine Ver­mu­tung könn­te sein, dass in vie­len Orga­ni­sa­tio­nen des Public Manage­ment mobi­le Anwen­dun­gen bis­lang eher zurück­hal­tend ein­ge­setzt wur­den. Dies dürf­te auch für mobi­les Ideen­ma­nage­ment gel­ten. Damit könn­ten Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment die künf­ti­ge Ent­wick­lung als bedeut­sa­mer ein­schät­zen. Für Ideen­ma­na­ger bei­spiels­wei­se aus der Indu­strie ist mobi­les Ideen­ma­nage­ment ein­fach eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Hohe zukünf­ti­ge Bedeu­tung wer­den für das Ideen­ma­nage­ment in der Indu­strie eher ande­re Ent­wick­lun­gen erhalten.

Stellung im Hype Cycle

Die Unter­neh­mens­be­ra­tung Gard­ner hat ein Pha­sen­mo­dell für Inno­va­tio­nen ent­wickelt. Ver­ein­facht las­sen sich fol­gen­de Pha­sen unterscheiden:

Anlauf­pha­se: Die Inno­va­ti­on wird zum ersten Mal in der Orga­ni­sa­ti­on bekannt, es wer­den erste, oft vor­sich­ti­ge, Schrit­te mit der Inno­va­ti­on gegangen.

Eupho­rie­pha­se: Die Mög­lich­kei­ten der Inno­va­ti­on wer­den offen­sicht­lich, die ersten Anwen­der in der Orga­ni­sa­ti­on sind begei­stert und sehen die­se Inno­va­ti­on als Lösung für alle mög­li­chen Probleme.

Stress­pha­se: Die­se Pha­se wird auch als „Tal der Trä­nen“ oder „Tal der Ent­täu­schung“ bezeich­net. Es zeigt sich, dass die Inno­va­ti­on doch nicht für alle mög­li­chen Pro­ble­me ein­ge­setzt wer­den kann. Auch im eigent­li­chen Anwen­dungs­be­reich kann es Pro­ble­me geben. In die­ser Pha­se nei­gen man­che Orga­ni­sa­tio­nen dazu, das Kind mit dem Bade aus­zu­schüt­ten und die Inno­va­ti­on ganz auf­zu­ge­ben. Ver­nünf­ti­ger jedoch ist der Über­gang in die

Rei­fe­pha­se. Hier kann eine Orga­ni­sa­ti­on die Mög­lich­kei­ten der Inno­va­ti­on rea­li­stisch beur­tei­len. Die Inno­va­ti­on wird auf den Fel­dern ein­ge­setzt, auf denen sie Nut­zen brin­gen kann. Ande­re Pro­ble­me wer­den mit ande­ren Mit­teln gelöst.

Das Ideen­ma­nage­ment kann als orga­ni­sa­to­ri­sche Inno­va­ti­on betrach­tet wer­den. Damit bie­tet es sich an, die Stel­lung des Ideen­ma­nage­ments in die­sem Pha­sen­mo­dell zu erhe­ben. Die Ergeb­nis­se sind in Abbil­dung 4 dargestellt.

Abb. 4

Im Gro­ßen und Gan­zen geben hier Orga­ni­sa­tio­nen aus dem Public Manage­ment und ande­re Orga­ni­sa­tio­nen ähn­li­che Ant­wor­ten: Für eini­ge Orga­ni­sa­tio­nen ist Ideen­ma­nage­ment eine orga­ni­sa­to­ri­sche Inno­va­ti­on, die erst noch gete­stet wer­den muss (Anlauf­pha­se). In der Eupho­rie­pha­se sieht sich prak­tisch kei­ne Orga­ni­sa­ti­on. Das ist kaum ver­wun­der­lich: Wenn eine Orga­ni­sa­ti­on in der Eupho­rie­pha­se steckt, dann kann sie nicht selbst erken­nen, dass sie unrea­li­sti­sche Erwar­tun­gen an eine Inno­va­ti­on stellt. In dem Moment, in dem eine Orga­ni­sa­ti­on erkennt, dass sie unrea­li­sti­sche Erwar­tun­gen hat, ist sie eigent­lich bereits auf dem Weg aus der Euphoriephase.

Anders die Stress­pha­se: Hier kann zumin­dest der Ideen­ma­na­ger sehen, dass die Fru­stra­ti­on in der Orga­ni­sa­ti­on ein vor­über­ge­hen­de ist. Selbst­ver­ständ­lich kann man mit Ideen­ma­nage­ment nicht alle Pro­ble­me lösen, aber eini­ges geht doch. Die Selbst­ein­schät­zung der Ideen­ma­na­ger sind in Abbildung

Die mei­sten Orga­ni­sa­tio­nen sehen ihr Ideen­ma­nage­ment in der Rei­fe­g­rad­pha­se. Macht man sich klar, dass das Betrieb­li­che Vor­schlags­we­sen als eine Wur­zel des Ideen­ma­nage­ments bereits Ende des 19. Jahr­hun­derts ent­wickelt wur­de, so über­rascht die­se Situa­ti­on nicht wirk­lich. Offen bleibt bei die­ser Aus­wer­tung die Fra­ge, ob ein Ideen­ma­nage­ment nach einer län­ge­ren Rei­fe­pha­se nicht mög­li­cher­wei­se in eine Dege­ne­ra­ti­ons­pha­se ein­tritt. Anders for­mu­liert: Soll­te ein Ideen­ma­nage­ment nach eini­gen Jah­ren neu auf­ge­setzt wer­den? Und falls ja: Was ist eine typi­sche Zeit, die bis zum Neu­start eines Ideen­ma­nage­ments ange­setzt wer­den soll? Zu die­ser Fra­ge erwar­ten wir aus der zum Zeit­punkt der Erstel­lung die­ses Auf­sat­zes noch in der Feld­pha­se befind­li­chen „Ideen­ma­nage­ment Stu­die 2020“ Antworten.

Arbeit /​Industrie /​Verwaltung 4.0

Digi­ta­li­sie­rung ist all­ge­gen­wär­tig. Ein Dis­kus­si­ons­strang beschäf­tigt sich seit eini­gen Jah­ren mit der The­se, dass Digi­ta­li­sie­rung auf ein neu­es Niveau gelangt sei. Selbst­ver­ständ­lich wer­den die Gerä­te immer schnel­ler und lei­stungs­fä­hi­ger, wird Soft­ware eben­falls lei­stungs­fä­hi­ger und sam­meln Sen­so­ren und Anwen­dun­gen immer mehr Daten. Die The­se lau­tet: Hier han­delt es sich nicht ein­fach um eine linea­re Fort­ent­wick­lung, son­dern um eine qua­li­ta­ti­ve Neu­ent­wick­lung, eben um Arbeit bzw. Ver­wal­tung 4.0. Für Ideen­ma­na­ger außer­halb des Public Manage­ment haben wir nach der erwar­te­ten künf­ti­gen Bedeu­tung von Arbeit 4.0, Indu­strie 4.0 oder Ver­wal­tung 4.0 gefragt. Das Ergeb­nis ist in Abbil­dung 5 dargestellt.

Abb. 5

Das Ergeb­nis ist ein­deu­tig: Im Public Manage­ment wer­den die ange­spro­che­nen Trends also deut­lich weni­ger wich­tig ange­se­hen als im pri­va­ten Sek­tor. Der durch­schnitt­li­che Punkt­wert ist im Public Manage­ment 1,6 Punk­te nied­ri­ger, der Medi­an sogar 2 Punk­te. Mehr noch: Ein Vier­tel der Befrag­ten aus dem Public Manage­ment gaben dem Trend Arbeit 4.0 oder Ver­wal­tung 4.0 glat­te 0 Punk­te: Die­ser Trend hat also für die Befrag­ten gar kei­ne Bedeu­tung. Zum Ver­gleich: Ein Vier­tel der Befrag­ten außer­halb des Public Manage­ment gab 3 Punk­te oder weniger.

Das Insti­tut für ange­wand­te Arbeits­wis­sen­schaft ifaa hat in sei­nem aktu­el­len Trend­ba­ro­me­ter eben­falls „ver­netz­te Digi­ta­li­sie­rung & Indu­strie 4.0“ abge­fragt, und stuft die­ses The­ma als ein wich­ti­ges The­ma ein (vgl. Abb. 6, Quel­le: https://​www​.arbeits​wis​sen​schaft​.net/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​B​i​l​d​e​r​/​A​n​g​e​b​o​t​e​_​u​n​d​_​P​r​o​d​u​k​t​e​/​S​t​u​d​i​e​n​/​A​u​s​w​e​r​t​u​n​g​_​i​f​a​a​_​T​r​e​n​d​b​a​r​o​m​e​t​e​r​_​F​r​u​_​_​h​j​a​h​r​_​2​0​1​9​.​pdf abge­ru­fen am 25. Febru­ar 2020)

Abb. 6

Ziel­grup­pe des Insti­tuts für ange­wand­te Arbeits­wis­sen­schaft sind Betrie­be der Metall- und Elek­tro­in­du­strie. Die Ein­schät­zung die­ser Betrie­be von Indu­strie 4.0 als „wich­ti­ges The­ma“ ent­spricht etwa der Ein­schät­zung von Orga­ni­sa­tio­nen aus dem nicht-Public Manage­ment Bereich, die hier im Medi­an 4 von maxi­mal 5 Punk­ten ver­ge­ben haben.

Doch war­um ver­ge­ben Befrag­te aus dem Public Manage­ment im Medi­an nur 2 Punk­te? Hier ist noch wei­te­re For­schung notwendig.

Big Data und künstliche Intelligenz

Die Samm­lung und Aus­wer­tung sehr gro­ßer, teil­wei­se unstruk­tu­rier­ter, Daten­be­stän­de ist eine wei­te­re Ent­wick­lungs­li­nie, die durch die Digi­ta­li­sie­rung ermög­licht wurde.

Big Data kann zum einen die Orga­ni­sa­tio­nen direkt betref­fen, etwa wenn Unter­neh­men Kun­den­wün­sche und Bestel­lung bereits berück­sich­ti­gen, bevor die Kun­den über­haupt ihren Wunsch wahr­ge­nom­men haben, geschwei­ge denn eine Bestel­lung abge­schickt haben. Oder wenn Poli­zei­ein­sät­ze gezielt in Gebie­ten und zu Zei­ten statt­fin­den, in denen nach Aus­wer­tung von Big Data beson­ders mit kri­mi­nel­len Hand­lun­gen zu rech­nen ist.

Zum ande­ren betrifft Big Data auch das Ideen­ma­nage­ment selbst: Pro­zess­ver­bes­se­run­gen kön­nen auf­grund von Daten aus den Unter­neh­men oder Ver­wal­tun­gen mehr oder weni­ger auto­ma­ti­siert vor­ge­schla­gen wer­den. Ideen, die für einen Bereich ent­wickelt und ein­ge­reicht wur­den, kön­nen auto­ma­tisch dar­auf­hin über­prüft wer­den, ob sich auch in einem ande­ren Bereich umge­setzt wer­den kön­nen. Inso­fern könn­ten Ideen­ma­na­ger in beson­de­rem Maße von der Anwen­dung von Big Data betrof­fen sein.

Die Ein­schät­zung der zukünf­ti­gen Bedeu­tung von Big Data im Bereich Public Manage­ment und in den ande­ren Berei­chen ist in Abbil­dung 7 dargestellt.

Abb. 7

Die Dar­stel­lun­gen der Ein­schät­zun­gen aus dem Public Manage­ment und aus den ande­ren Berei­chen sind exakt gleich. Ledig­lich die Durch­schnitts­wer­te dif­fe­rie­ren etwas. Grund­sätz­lich sind sich die Befrag­ten aber einig: Big Data wird einen gewis­sen Ein­fluss auf Public Manage­ment und auf den pri­va­ten Bereich haben. Aller­dings ist auch fest­zu­stel­len, dass in bei­den Sek­to­ren eini­ge Befrag­te mit 0 Punk­ten geant­wor­tet haben, also Big Data zukünf­tig gar kei­ne Bedeu­tung zuwei­sen. Ande­re Befrag­te, eben­falls aus bei­den Berei­chen, haben 5 Punk­te ver­ge­ben, ver­mu­ten also eine maxi­ma­le zukünf­ti­ge Bedeutung.

Ver­wandt mit dem The­ma Big Data ist künst­li­che Intel­li­genz. Grund­sätz­lich sind für das Trai­nie­ren von künst­li­chen Intel­li­gen­zen gro­ße Daten­be­stän­de hilf­rei­che, auch wenn aktu­ell For­schungs­be­mü­hun­gen dahin gehen, künst­li­che Intel­li­genz auch mit klei­ne­ren Daten­be­stän­den zu trai­nie­ren. Umge­kehrt kann künst­li­che Intel­li­genz dabei hel­fen, gro­ße Daten­be­stän­de zu ana­ly­sie­ren. Noch offen ist die Fra­ge, wo künst­li­che Intel­li­genz in der Pra­xis erfolg­rei­cher arbei­tet als tra­di­tio­nel­le Metho­den der Sta­ti­stik. Dies auch, weil der Begriff „künst­li­che Intel­li­genz“ nicht ein­deu­tig defi­niert ist und teil­wei­se auch älte­re sta­ti­sti­sche Metho­den als Ansät­ze der künst­li­chen Intel­li­genz gese­hen wer­den. Die Ein­schät­zung der zukünf­ti­gen Bedeu­tung von künst­li­cher Intel­li­genz ist in Abbil­dung 8 dargestellt.

Abb. 8

Im Public Manage­ment wie auch in den ande­ren Berei­chen sind die Befrag­ten bei der Ein­schät­zung der zukünf­ti­gen Bedeu­tung von künst­li­cher Intel­li­genz skep­ti­scher als bei der der Bedeu­tung von Big Data. Die Stim­men aus dem Public Manage­ment gehen sogar von einer noch etwas gerin­ge­ren Bedeu­tung aus, doch sind dort Medi­an und Durch­schnitt nur einen hal­ben Punkt geringer.

Gamification

Gami­fi­ca­ti­on ent­wickel­te sich aus fol­gen­dem Gedan­ken­gang: An ihrem Arbeits­platz wer­den die Beschäf­tig­ten moti­viert oder über­wacht, um sicher­zu­stel­len, dass sie ihre Arbeit auch tat­säch­lich erle­di­gen. Man­che Beschäf­tig­te ver­su­chen, das Enga­ge­ment am Arbeits­platz zu mini­mie­ren. Gleich­zei­tig gibt es vie­le Men­schen, die in ihrer Frei­zeit frei­wil­lig am PC sit­zen und bei­spiels­wei­se Com­pu­ter­spie­le „bear­bei­ten“.

Wäre es dann nicht sinn­voll, die Arbeit zumin­dest ein Stück weit wie ein Spiel zu gestal­ten? Bei­spie­le für eine sol­che „Spie­li­f­i­zie­rung“ der Arbeit sind

  • Fort­schritts­bal­ken und ande­re Anzei­gen, zu wel­chen Antei­len eine Arbeit bereits erle­digt ist
  • Wett­be­wer­be, Wan­der­po­ka­le für die ter­min­treu­ste, inno­va­tiv­ste oder enga­gier­te­ste Abtei­lung, oder auch für die Abtei­lung mit den wenig­sten Arbeits­un­fäl­len, Arbeits­un­fä­hig­keits­ta­gen oder Ideen pro Mitarbeiter
  • freund­lich ani­mier­te Schu­lungs­pro­gram­me, put­zi­ge Figu­ren, die die Beschäf­tig­ten am Bild­schirm zu einer Bewe­gungs­pau­se auf­for­dern, Mas­kott­chen für das Ideen‑, Gesund­heits- oder Arbeitsschutzmanagement

Teil­wei­se sind die­se Ansät­ze heu­te schon imple­men­tiert, aber sie las­sen sich noch deut­lich stei­gern und aus­bau­en. Die Ein­schät­zun­gen für die zukünf­ti­ge Bedeu­tung von Gami­fi­ca­ti­on fin­det sich in Abbil­dung 9.

Abb. 9

Wie­der wer­den im Public Manage­ment und in den ande­ren Berei­chen alle Punkt­wer­te ver­ge­ben, das The­ma der Gami­fi­ca­ti­on ist also tat­säch­lich noch in der Dis­kus­si­on. Doch fällt auf, dass die Hälf­te der Befrag­ten maxi­mal einen Punkt ver­ge­ben hat. Die Durch­schnitts­wer­te sind mit 1,5 Punk­ten bzw. 1,7 Punk­ten die gering­sten unter allen hier vor­ge­stell­ten Fra­gen. Die zukünf­ti­ge Bedeu­tung von Gami­fi­ca­ti­on wird also im Public Manage­ment wie auch in den ande­ren Berei­chen sehr zurück­hal­tend beurteilt.

Fazit

In die­sem Text wer­den die Ein­schät­zun­gen von Ideen­ma­na­gern aus dem Public Manage­ment zu zukünf­ti­gen Ent­wick­lun­gen dar­ge­stellt und den Ein­schät­zun­gen von Ideen­ma­na­gern aus ande­ren Berei­chen gegenübergestellt.

Die Ein­stiegs­fra­gen behan­deln die zukünf­ti­ge Bedeu­tung des Ideen­ma­nage­ments in der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on und dar­über hin­aus. In der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on sehen eini­ge Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment eine sin­ken­de Bedeu­tung, gene­rell eher eine gleich­blei­ben­de Bedeu­tung. Die Unter­schie­de zu den ande­ren Berei­chen sind eher klein und mög­li­cher­wei­se auch der klei­nen Stich­pro­be geschuldet.

Mobi­les Inter­net ist das ein­zi­ge The­men­feld, in dem die Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment eine höhe­re Bedeu­tung vor­aus­se­hen als ihre Kol­le­gen aus den pri­va­ten Berei­chen. Mög­li­cher­wei­se hat hier das Public Manage­ment tat­säch­lich noch Nachholbedarf.

Die Selbst­ein­schät­zun­gen bezüg­lich der Pha­se, in der sich das eige­ne Ideen­ma­nage­ment befin­det, unter­schei­det sich in bei­den Berei­chen kaum. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Ideen­ma­na­ger sieht ihr Ideen­ma­nage­ment in der Rei­fe­pha­se. Dies erscheint ange­sichts der lan­gen Geschich­te des Ideen­ma­nage­ments auch realistisch.

Arbeit 4.0, Indu­strie 4.0 und Ver­wal­tung 4.0 wer­den im Public Manage­ment deut­li­che gerin­ge­re zukünf­ti­ge Bedeu­tung zuge­schrie­ben als in den pri­va­ten Berei­chen. Eine Erklä­rung hier­für ist nicht unmit­tel­bar ersichtlich.

Big Data und künst­li­che Intel­li­genz wer­den wie­der von bei­den Berei­chen ähn­lich ein­ge­schätzt, ins­be­son­de­re die zukünf­ti­ge Bedeu­tung von künst­li­cher Intel­li­genz sieht das Public Manage­ment eher zurückhaltend.

Gami­fi­ca­ti­on wird über­ein­stim­mend im Public Manage­ment und im pri­va­ten Sek­tor als in Zukunft weni­ger bedeu­tend eingeschätzt.

Zusam­men­fas­send: Die Ein­schät­zun­gen aus dem Public Manage­ment und dem pri­va­ten Sek­tor unter­schei­den sich gene­rell nur wenig. Ten­den­zi­ell sind die Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment etwas zurück­hal­ten­der in der Ein­schät­zung zukünf­ti­ger Bedeu­tung eines der ange­spro­che­nen Trends.

Eine deut­li­che Unter­schei­dung der Ein­schät­zun­gen fin­det sich ledig­lich bei dem The­men­feld Arbeit 4.0 /​Indu­strie 4.0 /​Ver­wal­tung 4.0.

[1] Zur bes­se­ren Les­bar­keit wird in die­sem Text ledig­lich das gene­ri­sche Geschlecht ver­wen­det. Selbst­ver­ständ­lich sind immer Orga­ni­sa­to­rin­nen und Orga­ni­sa­to­ren, Ideen­ma­na­ge­rin­nen und Ideen­ma­na­ger sowie Kun­din­nen und Kun­den angesprochen.

[2] Die ganz kor­rek­te For­mu­lie­rung lau­tet: „Min­de­stens die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment hat min­de­stens 3 Punk­te ver­ge­ben – oder anders for­mu­liert: Min­de­stens die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger hat höch­stens 3 Punk­te ver­ge­ben.“ Es wird ja meh­re­re Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment gege­ben haben, die genau 3 Punk­te ver­ge­ben haben. Daher wird etwas mehr als die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment min­de­stens 3 Punk­te ver­ge­ben, und etwas mehr als die Hälf­te der Ideen­ma­na­ger aus dem Public Manage­ment hat höch­stens 3 Punk­te vergeben.