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Ideenmanagement — Was haben wir erreicht?

Manch­mal räu­me ich auf, auch auf mei­ner Fest­plat­te. Dabei ist mir eine Aus­wer­tung aus dem Jahr 2001 in die Hän­de gefal­len, vom dama­li­gen dib. Ange­ben war die Anzahl der Ide­en pro Mit­ar­bei­ter und Jahr. Die Auf­zäh­lung begann mit der Metall-Indu­strie mit 158 Ide­en, dann die Kau­tschuk-Indu­strie mit 146 Ide­en. Kei­ne ande­re Bran­che kam auf mehr als einen Vor­schlag pro Mit­ar­bei­ter und Jahr. Die Elek­tro­in­du­stie hat­te immer­hin noch 97 Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge pro 100 Beschäf­tig­te, die Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer 84 und der Auto­mo­bil­bau 79. Das Schluß­licht bil­de­te der öffent­li­che Dienst mit einem Vor­schlag pro 100 Beschäf­tig­ten im Jahr.

Wies sieht das Bild 15 Jah­re spä­ter aus? Schau­en wir uns die Daten der “Erfolgs­fak­to­ren im Ide­en­ma­nage­ment. Stu­die 2016.” an. Das beste Unter­neh­men die­ser Stu­die zähl­te 14,6 Ide­en pro Mit­ar­bei­ter und Jahr — mehr als eine Idee pro Monat. Hier ist natür­lich zu berück­sich­ti­gen, dass auch Ide­en aus dem Kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rungs­pro­zess gezählt wer­den. Das ist gut — aber die abso­lu­te Aus­nah­me. Drei Vier­tel aller befrag­ten Unter­neh­men gab weni­ger als 57 Ide­en pro 100 Beschäf­tig­ten an (das drit­te Quar­til liegt bei 0.5607). Die Hälf­te der Unter­neh­men zähl­te weni­ger als 20 Ide­en für 100 Beschäf­tig­te (Medi­an = 0.18). Ein Vier­tel der Befrag­ten bil­det das Schluss­licht mit weni­ger als sie­ben Ide­en von 100 Beschäf­tig­ten (das erste Quar­til ist 0.0628).

Das heißt: In den letz­ten fünf­zehn Jah­ren sind die guten Unter­neh­men im Ide­en­ma­nage­ment deut­li­che bes­ser gewor­den. Hier hat auch die Inte­gra­ti­on von Betrieb­li­chem Vor­schlags­we­sen und Kon­ti­nu­ier­li­chem Ver­bes­se­rungs­pro­zess gehol­fen, viel­leicht aber auch die vie­len Praxis‑, Bera­tungs- und For­schungs­pro­jek­te (an denen ich auch mei­nen Anteil habe). Das ist die gute Nach­richt.

Die schlech­te Nach­richt lau­tet: Immer­noch blei­ben vie­le Unter­neh­men mit ihrem Ide­en­ma­nage­ment hin­ter ihren Mög­lich­kei­ten zurück. Ver­schär­fend kommt hin­zu: Unter­neh­men, die gar kein (oder nur ein sehr schlech­tes) Ide­en­ma­nage­ment betrei­ben, die­se Unter­neh­men betei­li­gen sich an kei­ner Befra­gung.

Zusam­men­ge­fasst: Wenn wir das Ide­en­ma­nage­ment vor­an­brin­gen wol­len, dann kön­nen wir auf Unter­neh­men mit sehr gutem Ide­en­ma­nage­ment hin­wei­sen, die als Bei­spie­le gute Pra­xis die­nen kön­nen. Viel Arbeit ist aber noch in der Flä­che zu tun. Unter­neh­men mit schwa­chem Ide­en­ma­nage­ment und Unter­neh­men ohne Ide­en­ma­nage­ment brau­chen ins­be­son­de­re unse­re Impul­se!

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