Hans-Dieter Schat

Prof. Dr. Hans-Dieter Schat war Einreicher, Gutachter, Führungskraft und Beauftragter für das Betriebliche Vorschlagswesen. Nun ist er Hochschullehrer, Wissenschaftler, Autor und Blogger für das Ideenmanagement.

Wie verteilt sich die Beteiligungsquote im Ideenmanagement?

Wie kann ein Ideen­ma­na­ger wis­sen, wie es um die Bee­tei­li­gungs­quo­te in sei­nem Ideen­ma­nage­ment bestellt ist? Klar: Er schaut sich Ver­gleichs­zah­len an. Die größ­te aktu­el­le Umfra­ge zum Ideen­ma­nage­ment im deutsch­spra­chi­gen Raum “Erfolgs­fak­to­ren im Ideen­ma­nage­ment. Stu­die 2016.” berich­tet von einer durch­schnitt­li­chen Betei­li­gung von 29%. Das ist gut zu wis­sen — aber was sagt dies einem Ideen­ma­na­ger, der nur 25% oder der sogar 40% Betei­li­gungs­quo­te erreicht? Sind 40% ganz viel mehr als 29%, oder liegt das noch im Nor­mal­be­reich? Dazu brau­chen wir mehr Informationen

Ideenmanagement auf Leben und Tod

In einem Alten­pfle­ge­heim wur­den Bewoh­ner zufäl­lig einer von zwei Grup­pen zuge­wie­sen. Die ein Grup­pen bekam viel Ein­fluss auf ihr täg­li­ches Leben: So wur­den an eini­gen Aben­de Fil­me gezeigt, und die Bewoh­ner konn­ten die Fil­me selbst aus­wäh­len. Die Teil­neh­mer wur­den auf­ge­for­dert, die Möbel in ihren Zim­mern so zurecht zu rücken, wie es ihnen pass­te. Die Ver­gleichs­grup­pe bekam auch Fil­me und Möbel ange­bo­ten, konn­te aber nicht selbst aus­wäh­len. Nach 18 Mona­ten zogen die For­scher Bilanz:

Ideenmanagement und Vorschlagswesen in Behörden 2

Das Ideen­ma­nage­ment ist nicht in einem zen­tra­len Gesetz gere­gelt. Für Orga­ni­sa­tio­nen, die dem Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setz unter­lie­gen, fin­det sich eine zen­tra­le Rege­lung in § 87 Abs. 1 Nr. 12 BetrVG. Für die Bun­des­ver­wal­tung wur­de 2010 die „Rah­men­richt­li­nie für das Ideen­ma­nage­ment in der Bun­des­ver­wal­tung“ erlas­sen, die eini­ge Berei­che (z. B.: die Prä­mi­en­be­rech­nung) recht genau regelt, ande­re Berei­che (z. B. die Pro­zes­se im Ideen­ma­nage­ment selbst) nur grob umreißt. Schließ­lich hat der Bun­des­rech­nungs­hof 2016

Ziele im Ideenmanagement

Ideen­ma­nage­ment ver­folgt zwei Grup­pen von Zie­len: Effi­zi­enz-Zie­le und human­ori­en­tier­te Ziele.
Effi­zi­enz­zie­le rich­ten sich kon­kret auf Ein­spa­run­gen – bei­spiels­wei­se durch Ein­satz res­sour­cen­scho­nen­der Vor­ge­hens­wei­sen, durch Ent­fer­nen nicht wert­schöp­fen­der Pro­zess­schrit­te oder ganz ein­fach durch das Ver­zich­ten auf über­flüs­si­ge Aus­drucke. Human­ori­en­tier­te Zie­le sehen das Ideen­ma­nage­ment als Kulturarbeit.

Optimale Beteiligungsquote

Ideen­ma­nage­ment ver­folgt wirt­schaft­li­che Zie­le und Human­zie­le. Die wirt­schaft­li­chen Zie­le wer­den meist als “bere­chen­ba­rer Nut­zen pro Beschäf­tig­ten und Jahr” gemes­sen. Unter­neh­men mit einem gut aus­ge­bau­ten Rech­nungs­we­sen ermit­teln auch den Return on Invest (ROI). Der ROI gibt an, wie­viel Euro ein Unter­neh­men für jeden im Ideen­ma­nage­ment ein­ge­setz­ten Euro zurück bekommt. Human­zie­le sind bei­spiels­wei­se die Ver­bes­se­rung der Unter­neh­mens­kul­tur oder die direk­te Betei­li­gung von Beschäf­tig­ten. Für Human­zie­le gilt: Je mehr Beschäf­tig­te sich am Ideen­ma­nage­ment betei­li­gen, desto bes­ser. Doch gilt dies auch für die wirt­schaft­li­chen Ziele?
Die­se Fra­ge möch­te ich anhand der Daten der “Erfolgs­fak­to­ren im Ideen­ma­nage­ment. Stu­die 2016” beantworten. 

Warum ein Blog zum Thema “Ideenmanagement”?

War­um ein Blog zum The­ma “Ideen­ma­nage­ment”? Weil ich als Ein­rei­cher, Gut­ach­ter, Füh­rungs­kraft und als Beauf­trag­ter für das Betrieb­li­che Vor­schlags­we­sen eini­ge Erfah­run­gen gesam­melt habe und als Wis­sen­schaft­ler immer wie­der neue Erkennt­nis­se gewin­ne. Viel­leicht kann etwas davon für Unter­neh­men nütz­lich sein, die ihr Ideen­ma­nage­ment ver­bes­sern wollen.
Das führt zur näch­sten Fra­ge: War­um Ideenmanagement?